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eNews Januar 2010

Posted by Administrator (admin) on Jan 06 2010 at 16:45:04
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Eure “Walkers” gingen durch ein turbulentes Jahr 2009. Wir erlebten viele glückliche Stunden, hatten viel Spass und genossen das Gefühl von Erfolg einige Male. Wir trafen so viele wunderbare Menschen und sahen so viele atemberaubende Orte. Wir erhielten unterwegs so oft Unterstützung von unseren Familien und Freunden, von fremden Menschen und von Institutionen.
Wir wurden aber auch mit ein paar wenigen, dafür harten Schlägen zurück zur Realität gebracht: Das nie Enden wollende kalte und nasse Wetter im baltischen Winter, Akelas Entzündung in der Gebärmutter, welche ihr um ein Haar das Leben gekostet hat, die praktisch nicht existierende Unterstützung von Institutionen, die mit dem CHARGE Syndrom arbeiten, das Leben über Monate am Stück ohne jegliche finanzielle Sicherheit, den Verlust unseres Hundefuttersponsors und schliesslich... Tinas Krankheit und totaler Bankrott...

Wir haben unser Budget bis aufs Letzte ausgeschöpft! Zur selben Zeit als Tina krank wurde, hätte uns unser Geld noch rund 1000 Kilometer weit getragen und wir hätten weiterhin gehofft, dass wir für die restliche Distanz noch mehr Sponsoren oder Gönner gefunden hätten (wie wir es so viele Male zuvor schon getan hatten… oder wie wir es seit dem Beginn der Expedition getan haben). Die Kosten um Tinas Gesundheitskosten zu decken brach uns, wie man so schön sagt, das Genick. Der Selbstbehalt unserer Krankenkassen Versicherung, der Transport von Rumänien in die Schweiz und die normalen Kosten um in der Schweiz überleben zu können, kosteten uns über 2500 Euro bis jetzt (danke an dieser Stelle für die Spenden vom Pickwick Sporttag, dem Halloween Konzert von Inishmore und die Weihnachtsspenden, welche es uns erlaubt haben unsere Rechnungen zu zahlen). Wir wissen nicht wie lange es noch gehen wird, bis sich Tina wieder vollständig von der Infectiosa mononucleosis erholt. Einige berühmte Sportler gingen durch die Gleiche Situation mit dem Pfeiffrischen Drüsenfieber Virus und mussten eine Saison ausfallen lassen oder gar ihre Karrieren aufgeben… Schaut als Vergleich den Tennisprofi Roger Federer oder den Fahrradrennfahrer Fabian Krienbühl an. An dieser Stelle kann nichts mehr getan werden und wir müssen einfach abwarten. Alle paar Tage versuchen wir es erneut, aber Tina schafft nicht mal einen 20 minütigen Hundespatziergang im Schnee im Moment. Die Ärzte empfehlen es ihr nachdrücklich, diesen Winter keinen Sport zu treiben und sich nicht für längere Zeit der Kälte auszusetzen.
Wir wissen nicht wie viele von euch es Nachempfinden können, was wir in den letzten Wochen durchgemacht haben. Um so klarer es uns wurde, dass unser Traum vor unseren Augen zerbrach, um so härter wurde es für uns mit Leuten darüber zu sprechen. Wir mussten es einige hundert Mal selbst in unseren Köpfen repetieren um die Fakten begreifen zu können und sie versuchen zu akzeptieren…  um zu verstehen, dass es Realität geworden ist und dass es sich nicht um einen bösen Albtraum handelt. Wir fühlten uns schuldig und wiesen das Thema von uns, wir wollten es einfach nicht wahrhaben, dass uns so etwas passieren konnte. Wir waren doch so nah am Ziel, fühlten uns stark und motiviert und erlaubten es uns das Erste Mal seit 2 Jahren, uns auf die Küste Griechenlands freuen zu dürfen. Nur 5 Wochen trennten uns vom Mittelmeer... Immer wieder lehnten wir es ab darüber zu sprechen, dass der Traum vorbei ist - als Selbstschutz - das ist ein ganz normales, menschliches Verhalten. Doch zum Glück machten wir gemeinsam schon so viel durch während unserer Zeit auf der Strasse, dass wir wieder aufstehen und das Gute sehen können. Reine externe Faktoren bestimmten unsere Entscheidung und da gibt es nichts was wir dagegen tun können… nun, nichts mehr als das was uns gegeben wurde und nun liegt es an uns damit das Beste zu tun. Auf einem etwas spirituellerem Level müssen wir gestehen, dass wir uns öfters gefragt haben, was es wohl war, das uns zum Anhalten gezwungen hatte… wieso jetzt, wo wir es schon so weit, durch so viele Schwierigkeiten und über so viele, anfangs unüberwindbar scheinende Hindernisse geschafft hatten?! So oft wurde uns in letzter Minute geholfen und wir konnten weitermachen mit unserer Mission andere zu unterstützen... Warum denn nicht noch einmal, warum dürfen wir nicht weitermachen? Nie hatten wir es eine Sekunde lang bereut was wir taten. Auch in den Schlimmsten Zeiten dachten wir nie ans Aufgeben und immer gaben wir alles was in unserer Macht stand um weitergehen zu können. Man kann sich für immer in solchen Gedanken drehen und sich diese Fragen für immer von neuem stellen und man wird vermutlich nie eine Antwort darauf finden. Manchmal ist es daher besser das Schicksal zu akzeptieren, realistisch zu bleiben und weiter zu machen, weiter alles zu geben was man kann für die neue Situation... und nicht allzu emotional zu werden.

CHARGE Across Europe war eine Expedition und keine Reise. Daher durften wir nicht den Fehler machen unsere Entscheidungen emotional zu treffen, sondern mussten uns rein auf die Fakten konzentrieren.

Zeit
Unsere Deadline um Weiterzugehen setzten wir auf die erste Woche Januar 2010. Diese Deadline haben wir gesetzt um es ans Ziel zu schaffen, bevor Ruans Visum ausläuft und um die Zeitlimite, die wir uns Anfangs für die Expedition gegeben hatten, einzuhalten. Um ein neues Visum zu organisieren müssten wir mit weiteren Verzögerungen und grossen zusätzlichen Kosten rechnen. Um realistisch zu sein, können wir unsere Expedition nicht zu lange unterbrechen um sie noch als eine zusammenhängende Expedition gelten zu lassen. Es gibt dafür keine offizielle Zeitlimite, aber wir persönlich denken, dass diese erzwungene Pause schon zu lange andauert.

Finanzen
Wir begannen unsere Expedition im März 2008 mit 3000 Euro in unserem Bankkonto. Natürlich war dies kein realistischer Betrag um ein Team, das durch einen Kontinent laufen möchte, zu tragen aber wir gingen weiter mit der Hoffnung unterwegs einen finanziellen Sponsor zu finden. Wir waren wirklich privilegiert es 21 Monate und 5513 Kilometer weit, allein durch private Gönner, geschafft zu haben. Wir liefen stets “auf dünnem Eis” und es war klar, dass wenn etwas Aussergewöhnliches einen längeren Unterbruch erzwingen würde, oder wenn wir für einen Notfall zu viel Geld ausgeben müssten, wir es höchstwahrscheinlich nicht schaffen würden. So wie viele andere auf dieser Welt, waren wir auch persönlich von der Weltwirtschaftskrise betroffen. Potentielle Sponsoren brauchten die globale finanzielle Situation als Grund die Expedition nicht zu unterstützen. Unser Hundefuttersponsor verschwand über Nacht ohne irgendeinen Grund anzugeben. Die Unterstützung in Form von Ausrüstung wurde auf ein Minimum reduziert oder war zum Vornherein als einmaliges Sponsoring vereinbart (mit Ausnahme von Swissbatteries! Die Unterstützung dieser Firma ist einfach unglaublich). In den vergangenen Monaten hatten wir die Lebenszeit unserer Kleidung voll ausgeschöpft, was bedeutet hätte, dass wir in neue Kleidung investieren müssten, wenn wir mit der Expedition fortfahren würden. Durch die fehlenden finanziellen Sponsoren lastete unsere Expedition auf den Taschen unserer Familien. Den Betrag den es bräuchte um die Expedition jetzt, nach all den Ausgaben die nötig waren, weiterführen zu können, würde die Einnahmen von Spenden aus dem Familien- und Freundeskreis bei weitem überschreiten.

Gesundheit
Seit der Planungsphase der "Expedition CHARGE Across Europe" war es klar, dass wir kein Risiko für permanente Gesundheitsschädigung eingehen würden. Wir könnten Tinas Gesundheit riskieren falls wir jetzt mit der Expedition weiterfahren würden. Gut zu Wissen ist jedoch, dass sich Tinas Gesundheit mit der Zeit wieder völlig herstellen wird und dass bis jetzt, bestätigt durch zahlreiche Tests, keine permanente Schädigung entstanden ist.

Einmal mehr unser beliebter Vergleich, wie man das Leben sehen kann: “Ist das Glas halbvoll oder halbleer?”. Wenn wir uns nur auf den Teil der Expedition konzentrieren, der nicht vervollständigt ist, also das „halbleere Glas“, können wir uns in eine Art Schwarzseherei oder gar Depression reinsteigern, was überhaupt nicht gesund wäre. Wir erreichten eine gewaltige Bekanntmachung des CHARGE Syndroms… es lief bei weitem besser als wir uns das je erträumt hatten. Wir brachten auch 5513 Kilometer, ausschliesslich zu Fuss und ohne Unterstützung eines begleitenden Backup Teams, durch zwei Winter und neuneinhalb Länder, erfolgreich hinter uns. Wir halfen vielen Leuten dabei ihre eigenen Träume wieder zu finden und motivierten andere ihr Leben wieder voll auszuschöpfen.
Die meisten von euch kennen uns persönlich… ihr kennt das Funkeln in unseren Augen, wenn wir von unseren Erlebnissen der vergangenen 21 Monate auf der Strasse erzählen. Ihr wisst, dass wir fanatisch sind unser Ziel zu erreichen (das Ziel, eine unübertroffene Bekanntmachung für die wunderbaren Menschen zu erreichen, die vom CHARGE Syndrom betroffen sind und das Ziel am südlichsten Punkt Festlands in Griechenland, dem Kap Tenaro zu stehen, nach dem wir den ganzen Kontinent zu Fuss durchquert haben). Ihr wisst, dass wir ans Schicksal glauben, dass wir Träumer sind, unverbesserliche Optimisten, Realisten und Kämpfer und wir geben nicht auf- “we CARRY ON”! Doch was jetzt?

Irgendwo in einem Buch lasen wir diese Worte: “Das Leben ist das was passiert, wenn du andere Pläne machst”. Wir planten diese Expedition in “einem Stück”. Ohne Back-Up und in einer maximalen Zeitspanne von zweieinhalb Jahren. Dies ist nicht mehr möglich… Wir kehrten in die Schweiz zurück ohne Geld, ohne Arbeit, ohne ein eigenes zu Hause und mit dem festen Vorhaben bald wieder auf der Expedition unterwegs zu sein. Wir müssen uns einem neuen Kapitel in unserem Leben stellen... Einer Herausforderung, welche für euch vermutlich besser nachzuvollziehen ist, als durch einen Kontinent zu Laufen: Wir müssen wieder aufstehen, eine Arbeit finden und Geld verdienen. Wir haben auf unserer Expedition so viel Erfahren und gelernt. Daher ist es für uns undenkbar wieder in ein “normales” Leben in der Schweiz zurückzukehren. Wir wollen mit unseren Projekten fortfahren, welche wir für nach der Expedition geplant hatten, wir brauchen Platz um uns herum, wir brauchen ein einfaches, schlichtes Leben umgeben von der Natur und wir wollen unser Leben mit weiteren abenteuerlichen Projekten füllen. Wir werden die Bücher über das vollständige Abenteuer schreiben und wir werden eine Multimedia Show zusammenstellen. Um unsere Rechnungen zahlen zu können werden wir höchstwahrscheinlich im Finnmark (Norwegen) in einer „Riesenkrabben- Fabrik“ mit Arbeiten beginnen und später in den wärmeren Monaten in den Tourismus wechseln und als Touristenführer arbeiten. Parallel und mit der finanziellen Sicherheit werden wir unsere Firma „ Expedition Earth Outdoors & Adventure“ aufbauen.
 
Unsere verbleibende Zeit in der Schweiz ist sehr limitiert, da wir unsere “grosse Reise in den Norden” in den nächsten zwei Wochen antreten wollen. Der strengere Teil des Winters kommt auch im Norden bald. Um es noch zu schaffen, bevor die Strassen gesperrt werden, müssen wir uns beeilen. Es ist uns daher nicht möglich jeden Einzelnen von Euch privat zu treffen bevor wir abreisen. Aber wir bieten eine offene Einladung an alle, die uns sehen möchten: Besucht uns im Mr. Pickwick Pub in Basel, am Donnerstag Abend den 7. Januar oder im Mr. Pickwick Pub in Baden, am Montag Abend, den 11. Januar. Wie immer könnt ihr uns über das Kontaktformular auf der Webseite kontaktieren.

“Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen- man weiss nie was drin ist” Forrest Gump
Um so wichtiger ist es sich auf das “halbVOLLE Glas” zu konzentrieren!


Wir werden wie gewohnt jeden Monat von unseren Erlebnissen und Projekten berichten. Natürlich dokumentieren wir auch weiterhin alles  auf unserer Webseite mit aktuellen Fotos und Videos.
Falls jemand von euch nicht mehr interessiert ist den Newsletter zu erhalten, bitten wir den/diejenigen den Newsletter über das Kontaktformular auf der Webseite abzubestellen.

„By the way“ das FOTOJAHRBUCH 2009 ist ab Freitag den 8. Januar erhältlich. Lieferfrist ca 3 Wochen. Hardcover und 120 Seiten für beschränkte Zeit für 48 Euro (inklusive Porto). Mehr dazu auf unserer Webseite.

Wir wünschen euch allen von Herzen einen guten Start ins 2010!
 
CARRY ON – The Walkers

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